Wenn ein Speer plötzlich sehr weit fliegt.
Der Wettkampf beginnt, die meisten Speerwürfe landen an der 30 m Linie.
Doch was ist das?
Die Kampfrichter schauen nach oben und ein Speer fliegt Richtung 40m.
Von hinten schwer zu erkennen wie und wo der gelandet ist, wenn er nicht im Boden steckt. Was
bleibt anderes übrig, als den Wurf ungültig zu geben.
STOPP ! Jetzt nicht loswettern und sagen das gibt es nicht.
Gibt es doch, vor allem bei den Frauen. Leider immer wieder selbst erlebt. Der Grund ist leicht zu finden:
Wer hilft denn heute noch freiwillig einen ganzen Tag beim Wettkampf?
Also müssen wir froh sein, wenn jemand seine Freizeit hierfür
opfert.
Jetzt wird das Speerkampfgericht eingeteilt.
Klar, das Massband hat 2 Enden, also brauch ich schon mal 2 Kampfrichter.
Klar, die Landestelle muss festgehalten werden, damit gemessen werden kann
Klar, das Ergebnis muss aufgeschrieben werden.
Klar, der Wurf muss innen überwacht werden.
Aber ist auch klar, dass nur beim Speer ein Kampfrichter die Art der Landung laut IAAF-Regel überwachen muss? Bei keinem anderen Gerät wird die Art der Landung vorgeschrieben:
"Ein Wurf ist nur gültig, wenn die Spitze des Metallkopfs vor den
anderen Teilen des Speers auf dem Boden auftrifft."
Dies gilt auch, wenn die Spitze nur 1 Millimeter vor den anderen Teilen auftrifft!
Wer sieht das im 5 cm hohen Gras?
Also muss sich ein Kampfrichter nur auf die Flugbahn des Speeres
konzentrieren, damit er erkennt, ob sich das Gerät am Schluss nach
vorne neigt. Dies kann er nur in einem fast rechten Winkel zum Gerät
aus einem grösseren Abstand (15 - 30m) erkennen. Dieser Kampfrichter fällt
somit für die Messung des Wurfes aus.
Fazit: Es müssen aussen 3 Personen sein.
Warum ich diesen Artikel schreibe?
Weil mich, als Speerwurftrainer seit 34 Jahren die Frage umtreibt,
wie können wir gemeinsam (Trainer, Athleten, Kampfrichter)
für einen optimalen Speerwettkampf sorgen. Ein Fehler beim
Wettkampf kommt vor, aber den Schaden trägt ausschliesslich der
Athlet, da es ja die weiten Würfe sind die dieses Problem
aufwerfen. Es frustet dann sehr, wenn man aus oben genanntem Grund
eine Jahresbestleistung, oder einen Titel verfehlt, auf den man
1 Jahr intensiv trainiert hat. Ausser beim Speerwerfen gibt es diese Situation in der ganzen Leichtathletik nicht mehr.
Ich freue mich über Kommentare zu diesem Thema und werde diese auch gerne an den Artikel anhängen.
Thomas Strohm
(Wurftrainer und Kampfrichter)
Im Juni 2008 habe ich gefragt:
Woraus besteht ein Wettkampf ?
Nur aus Athleten, nur aus Kampfrichter, nur aus Trainer und Betreuer?
Nein, wir brauchen alle, sonst klappt das nicht.
Dazu stehe ich weiterhin.
Noch ein Tipp zur Landestelle des Speeres, sofern dieser nicht steckt.
Wenn man nach der Landung in Verlängerung der Landestelle steht, ist im Gras ein Abdruck zu sehen.
Spätestens nach dem 1. Durchgang kennt das Kampfgericht seine Teilnehmer.
Bei allen Langwürfen (Speer, Diskus und Hammer) ist es dann möglich vom Abwurf aus zu signalisieren: Achtung jetzt kommt wieder ein weiter Wurf. Dann kann zumindest ein Kampfrichter aussen weiter rauslaufen .
Frage: Was passiert, wenn alle strittigen Würfe gültig gegeben werden?
(mit
strittig meine ich im Bereich des oben genannten Millimeters.) Dann herrscht doch
genauso Chancengleichheit, wie beim Gegenteil, wenn im Zweifelsfallalles
ungültig gegeben wird. Bei den Frauen landen die Speere oft noch
flach. Vorausgesetzt, es gibt überhaupt noch ein paar Frauen die
Speerwerfen.